KLARTEXT
Meerespolitik

Ihr wollt euch für Meeresschutz und Klimagerechtigkeit engagieren? Und wisst nicht wo anfangen?

Meerespolitik ist einer der wichtigsten Hebel. Wir zeigen euch hier, wie ihr sie nutzen könnt.

Gemeinsam mit 12 umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen haben wir im Jahr 2024 unsere Vision einer Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Meer und Mensch veröffentlicht.

Da steckt alles drin, was wichtig ist. Nur ist das Papier sehr dicht, weil es sich an Menschen in der Politik richtet. Wir wollen, dass alle Meerespolitik verstehen können und deshalb beantworten wir mit unseren DEEPWAVE Sidenotes eure Fragen, zeigen Zusammenhänge auf und geben euch praktische Empfehlungen, die euer politisches Handeln erleichtern.

Für die Meere, für uns und für alle Lebewesen, mit denen wir uns diesen Blauen Planeten als Zuhause teilen.

Swipe →

Fischerei

Es bedarf auf nationaler und internationaler Ebene der konsequenten Umsetzung eines wissenschaftsbasierten Fischereimanagements, welches sich verbindlich an ökologischen Kriterien ausrichtet, um die Auswirkungen der Fischerei auf die gesamten Ökosysteme zu minimieren. Dazu gehört insbesondere der Einsatz von selektiven Fangmethoden zur Vermeidung des Beifangs von geschützten und gefährdeten Meereslebewesen sowie von Nicht-Zielarten.

Grundschleppnetzfischerei

Ein sofortiges Verbot der grundberührenden schweren Schleppnetzfischerei muss in allen Meeresschutzgebieten sowie in Gebieten, die eine hohe Kohlenstoffspeicherfähigkeit aufweisen, eingeführt werden. Es braucht darüber hinaus einen Plan für einen sozialverträglichen Übergang hin zu einem kompletten Verbot dieser zerstörerischen Fangmethode bis 2030 in den EU-Gewässern, auch als Beitrag zum Klimaschutz.

Fischereikontrolle

Es braucht eine strenge Fischereikontrolle in deutschen Meeresgewässern, die technisch auf dem neuesten Stand ist. Die Null-Toleranz-Politik der EU gegenüber illegaler, undokumentierter und unregulierter (IUU-) Fischerei muss auch aus Deutschland gestärkt werden. Darüber hinaus muss der globale Fischereisektor transparenter und der Abbau schädlicher Fischereisubventionen durch eine vollständige Ratifizierung des WTO-Abkommens samt Erweiterung des Regelwerks gewährleistet werden. Als besondere Aufgabe für Deutschland sehen wir die Unterstützung für den Ausbau einer effektiven Fischereikontrolle in Ländern des Globalen Südens.

Geo-Engineering

Alle Nutzungen der Meere - bestehende und neue - müssen an der ökologischen Tragfähigkeit der Nord- und Ostsee ausgerichtet werden. Die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder sowie Marines Geo-Engineering (z.B. Ozeandüngung oder Ozeankalkung) sind keine nachhaltigen Lösungen im Sinne des Natur- und Klimaschutzes und dürfen nicht weiter verfolgt werden. Der Aufbau einer CO2-Entsorgungsinfrastruktur wäre eine weitere industrielle Nutzung der Meeresumwelt sowie eine ökonomisch und energetisch ineffiziente Option mit begrenztem Potenzial für die Treibhausgas-Minderung, die gleichzeitig Risiken für die Meere birgt.

Erneuerbaren Energien

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss naturverträglich stattfinden und Schutzgebiete inkl. Pufferzonen ausschließen. Planungsgrundsatz sind die ökologischen Belastungsgrenzen mariner Systeme und der Ökosystemansatz. Technische Innovationen von der Gründung bis zu wirksamen Abschaltautomatiken bei Massen-Vogelzug müssen Teil der Standortwahl sein. Etablierte Umweltstandards (z.B. UVP) dürfen nicht abgesenkt werden.

Offshore-Wind

Ein besonderer Fokus beim Ausbau der Offshore-Windenergie muss auf die Flächeneffizienz gelegt werden. Der stufenweise Ausbau in einem “lernenden System” und die Planung zusätzlicher Kabeltrassen und des Serviceverkehrs müssen sich am aktuellen Kenntnisstand entlang eines kontinuierlichen ökologischen Monitorings ausrichten. Jeglicher Zubau von Windparks muss mit einer signifikanten Reduktion der kumulativen Belastung einhergehen.

Energieeffizienz

Parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien müssen die nationalen Potenziale im Bereich Energieeffizienz und Energieeinsparung deutlich stärker als bisher angesprochen und genutzt werden. Dies betrifft alle Energieverbrauchergruppen, von der Bevölkerung über die Industrie bis zu Dienstleistern.

Unterwasserlärm

Es müssen Maßnahmen zur sofortigen Reduktion von kontinuierlichem Unterwasserlärm umgesetzt werden, wie z.B. die Einrichtung von Ruhezonen sowie die Initiierung von Pilotprojekten zur Geschwindigkeitsreduktion von Schiffen und Serviceverkehren in europäischen Gewässern. Deutschland muss sich aktiv bei der Umsetzung der IMO-Unterwasserlärm-Richtlinie engagieren. Hohe internationale Standards beim Schallschutz müssen so gestaltet sein, dass der Eintrag von Impulslärm aus Detonationen oder Rammungen vermieden bzw. eingedämmt wird, wobei die Suche nach Öl- und Gasreserven mittels Schallkanonen vollständig eingestellt werden muss.

Plastikvermüllung

Deutschland muss sich für ambitionierte Ziele und Maßnahmen der EU im Rahmen des UN-Abkommens gegen die Plastikvermüllung einsetzen. Adressiert werden muss der gesamte Lebenszyklus von Kunststoffen mit einem Schwerpunkt auf Abfallvermeidung sowie der Reduktion von Produktion. Schwachstellen in der nationalen Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie müssen geschlossen werden, die erweiterte Herstellerverantwortung stärker vorsorgend wirken und ein Verbot von Dolly Ropes umgesetzt werden.

Schadstoffe

Bis 2030 muss eine Verminderung des Eintrags von Nähr- und Schadstoffen um 50 Prozent erreicht werden. Zum einen betrifft dies die Nähr- und Schadstoffe aus der Landwirtschaft. Dazu müssen insbesondere Agrarsubventionen so eingesetzt werden, dass sie dem Schutz von Land, Flüssen und Meeren dienen. Zum anderen müssen die Schadstoffeinträge von Industrie und Verkehr in die Meere reduziert werden.

Das Papier Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Mensch und Meer wurde unterzeichnet von:

Die Sidenotes sind ein Projekt von DEEPWAVE e.V.

Konzept
Heye Groß | Anna Groß
Texte
Nico Czaja | Anna Groß | Lea Teichmann
Recherche
Dr. Franziska Bils | Dörte Themann | Amalia Klein | Moritz Aehle | Anja Schuller
Animationen
Oliver Wünsch
Programmierung
Heye Groß | Markus Wirth | Marius Niveri | Frieder Göock

Danksagung

Unser Dank geht an all unsere Kolleg:innen, die, mit denen wir das erste Forderungspapier Meeresoffensive 2020 verfasst haben, die, mit denen wir es als Kernforderungen für eine zukunftsfähige Meerespolitik aktualisiert haben, und die, mit denen wir jetzt daraus die Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Meer und Mensch erarbeitet haben. Unser Dank geht auch an all unsere Mitglieder und Förder:innen, an unser ehrenamtliches Team und unsere Freund:innen:   Ohne euch wären die DEEPWAVE Sidenotes nie Realität geworden. Dank euch sind wir zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Zukunft für die Meere und uns und unseren Blauen Planeten bauen können.

KLARTEXT
Meerespolitik

Ihr wollt euch für Meeresschutz und Klimagerechtigkeit engagieren? Und wisst nicht wo anfangen?

Meerespolitik ist einer der wichtigsten Hebel. Wir zeigen euch hier, wie ihr sie nutzen könnt.

Gemeinsam mit 12 umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen haben wir im Jahr 2024 unsere Vision einer Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Meer und Mensch veröffentlicht.

Da steckt alles drin, was wichtig ist. Nur ist das Papier sehr dicht, weil es sich an Menschen in der Politik richtet. Wir wollen, dass alle Meerespolitik verstehen können und deshalb beantworten wir mit unseren DEEPWAVE Sidenotes eure Fragen, zeigen Zusammenhänge auf und geben euch praktische Empfehlungen, die euer politisches Handeln erleichtern.

Für die Meere, für uns und für alle Lebewesen, mit denen wir uns diesen Blauen Planeten als Zuhause teilen.

Swipe →
Das Papier Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Mensch und Meer wurde unterzeichnet von:

Die Sidenotes sind ein Projekt von DEEPWAVE e.V.

Konzept
Heye Groß | Anna Groß
Texte
Nico Czaja | Anna Groß | Lea Teichmann
Recherche
Dr. Franziska Bils | Dörte Themann | Amalia Klein | Moritz Aehle | Anja Schuller
Animationen
Oliver Wünsch
Programmierung
Heye Groß | Markus Wirth | Marius Niveri | Frieder Göock

Danksagung

Unser Dank geht an all unsere Kolleg:innen, die, mit denen wir das erste Forderungspapier Meeresoffensive 2020 verfasst haben, die, mit denen wir es als Kernforderungen für eine zukunftsfähige Meerespolitik aktualisiert haben, und die, mit denen wir jetzt daraus die Meerespolitik 2025 - Eine Zukunft für Meer und Mensch erarbeitet haben. Unser Dank geht auch an all unsere Mitglieder und Förder:innen, an unser ehrenamtliches Team und unsere Freund:innen:   Ohne euch wären die DEEPWAVE Sidenotes nie Realität geworden. Dank euch sind wir zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Zukunft für die Meere und uns und unseren Blauen Planeten bauen können.